Ich bin seit langem ein Adventure-Fan, natuerlich gepraegt von den Klassikern Day of the Tentacle, Sam’n'Max, Monkey Island und Indiana Jones. Sicher gibt es noch viele weitere, die aber oft nicht an die Klasse dieser Lucas Arts-Adventures heranreichen.
Da ich aber mal wieder etwas Zeit nicht nur mit Arbeiten oder fuer die Uni lernen verbringen wollte, habe ich mir Die Kunst des Mordens – Geheimakte FBI besorgt (bei ebay wars relativ guenstig zu schiessen) und es in den letzten beiden Naechten durchgespielt. Wer hoffte in diesem Spiel wieder auf das Flair und die Genialitaet alter Spiele zu treffen, wird hier leider ein wenig enttaeuscht. Alles in allem macht es zwar Spass sich an den Raetseln zu versuchen. Leider sind sie an einigen Stellen jedoch relativ ungluecklich geraten und bringen nichts von der erhofften Spieltiefe. Knackige Raetsel wie ein ueberdiemensionales Wollknaeul, auf Ratten herumkloppen (2x Sam’n'Max) oder das Spuelen von Gegenstaenden durch die Zeit mittels einer Toiletten-aehnlichen Oeffnung in der Zeitmaschine (Day of the Tentacle), findet man hier nicht. Dafuer darf man aber des oefteren hin- und herlaufen um die noetigen Gegenstaende zu finden, einzusammeln und mit anderen zu kombinieren.
Einige Raetsel erscheinen nicht so recht logisch, bei dem Namen des Spiels haette ich mir doch ein wenig mehr Realitaet gewuenscht. (z.B. die Proben im Labor untersuchen – dafuer gibts Laboranten, was da z.B. bei CSI passiert ist irgendwie auch merkartig). Weiterhin ist das Verhalten bei Unterhaltungen zu bemaengeln und die Storyline ist ein wenig zu geradlinig. Man laeuft durch die Raeume, klickt sich an einigen Personen tot um die Dialoge durchzubekommen – die Person hat fertig gesprochen, nochmal anklicken um weiteres zu hoeren – was so nicht noetig gewesen waere. Man hat eigentlich nur zwei Stellen, an denen man sterben kann – das Spiel legt jedoch vorher automatisch eine Speicherpause ein. Wie schon gesagt, ist mir persoenlich die Story zu geradlinig – es fehlen einfach die Auswahlmoeglichkeiten und verschiedene Handlungsstraenge.
Einige Raetsel sind jedoch auch recht gut gelungen und machen auch Spass. Man ist jedoch zum Glueck nicht nur mit Knobeln beschaeftigt. Ich selber habe es jetzt in ungefaehr 8 bis 10 Stunden durchgespielt – ein wenig kurz.
Insgesamt muss ich trotz der Kritik sagen, dass mir das Spiel Spass gemacht hat. Es war grafisch recht gut anzusehen und braucht nicht so einen hochgezuechteten Rechner um zu laufen. Auf meinem ThinkPad T43p lief es einwandfrei. Die Story brauchte ein bisschen um in Gang zu kommen, wurde leider nie auf Hochspannung gebracht und endete eigentlich relativ ploetzlich. Ich kann Leuten, die gerne mal zwischendurch ein bisschen knobeln dieses Spiel aber dennoch durchaus empfehlen. Es ist jedoch leider nichts, was auf lange Sicht Spass bringt.