Ubuntu 10.04 HVM to PV

Wenn man ein Ubuntu als vollvirtualiserte Maschine hat (z.B. wenn man eine physikalische Maschine virtualisiert hat), dann kann man es nachträglich recht einfach in eine paravirtualisierte VM umbauen. Dazu muss der Kernel passen und die Konsoleneinstellungen müssen in der VM angepasst werden. Danach werden ein paar HVM-Einstellungen geleert und der PV-Bootloader festgelegt.

  1. Ubuntu Gast-Einstellungen:
    1. # apt-get update && apt-get install linux-image-generic-pae
      (oder  entsprechenden amd64-Kernel)
    2. # cp /etc/init/tty1.conf /etc/init/hvc0.conf
      Mit beliebigem Editor /etc/init/hvc0.conf editieren und alle vorkommenden tty1 durch hvc0 ersetzen und die Datei speichern.
    3. # shutdown -P now
      Die VM herunterfahren.
  2. XenServer-Einstellungen
    Auf der Konsole des XenServers müssen einige Einstellungen der VM angepasst werden
    1. # xe vm-list power-state=halted
      Zeigt alle abgeschalteten VMs an. Hier die gewünschte VM heraussuchen und die UUID notieren
    2. # xe vm-param-set uuid=UUID HVM-boot-policy=
      UUID durch die vorher ermittelte ersetzen. HVM-boot-policy wird ein leerer Wert zugewiesen
    3. # xe vm-param-set uuid=UUID PV-bootloader=pygrub
      Der Bootloader für die VM wird auf pygrub geändert.
    4. # xe vm-disk-list uuid=UUID
      Zeigt alle der Festplatte zugeordneten Festplatten an. Hier wird die UUID der VBD mit der ID 0 gesucht.
    5. # xe vbd-param-set uuid=VBD_UUID bootable=true
      Diese VBD wird als bootfähig markiert
    6. # xe vm-start uuid=UUID
      VM starten
  3. Gasterweiterungen in der VM installieren
    1. xs-tools.iso bei der VM einlegen
    2. # mount /dev/xvdd /mnt
      In der VM die CD mounten (ggf. die Device- und Ordnernamen anpassen)
    3. # cd /mnt/Linux; ./install.sh
      Gasterweiterungen installieren
      # dpkg -i /mnt/Linux/xe-guest-utils*i386.deb
      (oder statt i386.deb amd64.deb fuer 64bit-Systeme)
    4. # sudo reboot
      VM neustarten

Nach dem Starten der VM muss man meist das XenCenter neustarten, da er sonst keine Eingabe in der Konsole der VM erlaubt.

Diese Prozedur funktioniert sowohl bei Ubuntu 10.04 als auch bei 8.04 und 8.10. Die Namen der Kernel-Images unterscheiden sich zwar hier und da, der grobe Ablauf ist aber der selbe.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.