VM exportieren und importieren über SSH

Der herkömmliche Weg

Eine XenServer-VM exportieren und importieren über das CLI ist simpel. Man mountet auf beiden XenServern (auf dem ex- und importierenden) einen NFS-Server (z.B. nach /mnt):

mount 10.10.10.10:/nfs /mnt

und startet dann den Export der virtuellen Maschine BLUBB:

xe vm-export vm=BLUBB filename=/mnt/BLUBB.xva

Das dauert dann eine Weile, bis alle Daten in diese Datei geschrieben worden sind. Wenn das fertig ist, startet man den Import auf dem zweiten XenServer:

xe vm-import filename=/mnt/BLUBB.xva

und wartet wieder, bis auch das abgeschlossen ist. Diese ganze Geschichte hat nur einen Haken: man braucht im Idealfall soviel Festplattenplatz, wie in der VM an Festplattenplatz genutzt wird (also gerade aktive Daten auf der VM-Platte) – im schlimmsten Fall aber soviel Platz, wie die virtuelle Festplatte gross ist. Ein Beispiel:

  • ein CentOS wird auf einer 100GB virtuellen Festplatte installiert
  • bei der Installation werden 2GB an Daten auf diese Festplatte geschrieben
  • wird die VM jetzt exportiert, wird die Exportdatei etwa 2GB groß
  • jetzt schreibt man zusätzlich 98GB an Daten in der VM auf die virtuelle Festplatte und löscht diese Daten dann wieder
  • wird die VM jetzt exportiert, wird die Exportdatei etwa 100GB groß, man braucht also 100GB auf dem NFS-Server.

Das zeigt, dass beim Löschen von Dateien nicht der Inhalt selbst gelöscht wird (und ausgenullt oder überschrieben wird), sondern nur entsprechende Verweise in der Dateisystemstruktur gelöscht werden. Um diese Dateien wirklich zu Löschen müsste man den freien Speicher der Festplatte mit Nullen oder Zufall überschreiben. Sollte man sich für ersteres entscheiden, hat dies auch beim Export wieder den Vorteil, dass die Datei kleiner wird.

Der SSH-Weg

Es gibt aber auch einen Weg den Import und Export einer VM gleichzeitig zu erledigen:

ssh SERVER-A-IP „xe vm-export vm=BLUBB filename=“ | xe vm-import filename=/dev/stdin

Nochmal zur Erläuterung, was passieren soll: Man will eine VM von Server A nach Server B verschieben, ohne sie temporär irgendwo abzulegen. Um dies zu erreichen, meldet man sich auf Server B an und startet eine SSH-Sitzung zu Server A. Das Kommando, welches durch SSH auf A ausgeführt wird, exportiert die VM, schreibt sie aber nicht in eine Datei. Wenn beim xe vm-export der filename leer bleibt, geht die Ausgabe nach stdout und das wird durch SSH zum Server B transportiert. Nun muss nur noch die Ausgabe an vm-import gegeben werden. Leider funktioniert hier der Parameter filename etwas anders und holt sich die Eingabe nicht von stdin. Aber das ist insofern kein Problem, als dass stdin auch über eine Datei angesprochen werden kann (/dev/stdin).

Auch hier gilt: sollte viel auf der Festplatte der VM herumgeschrieben worden sein, dauert der Export mitunter sehr lange. Aber man erspart sich das Speichern auf einem NFS-Server oder einem anderen Medium.

 

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